Mercedes-Benz S-Klasse W126 Experten-Quiz
Die Ära des Mercedes-Benz W126 – Perfektion der Oberklasse

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Mit der Vorstellung der S-Klasse Baureihe W126 im September 1979 untermauerte Mercedes-Benz eindrucksvoll seinen weltweiten Führungsanspruch im Oberklassen-Segment. Als Nachfolger des markanten Typs W116 brachte die neue Generation eine radikale Abkehr von barocken Formen und schweren Chromverzierungen mit sich. Unter der gestalterischen Leitung des legendären Chefdesigners Bruno Sacco entstand eine zeitlos elegante Limousine, die bis 1991 vom Band lief und mit über 818.000 produzierten Exemplaren bis heute als die erfolgreichste S-Klasse aller Zeiten gilt.
Sicherheitstechnik als weltweiter Maßstab
In technischer Hinsicht war der W126 ein absoluter Meilenstein und Vorreiter für Sicherheitsmerkmale, die heute in jedem modernen Auto selbstverständlich sind. Mercedes-Benz führte in dieser Baureihe ab dem Modelljahr 1981 den ersten Fahrer-Airbag in Kombination mit einem pyrotechnischen Gurtstraffer für den Beifahrer ein. Wenig später folgte die Einführung der Antriebsschlupfregelung, die das Durchdrehen der Räder beim Beschleunigen auf rutschigem Untergrund effektiv verhinderte. Die extrem verwerfungssteife Sicherheitsfahrgastzelle und die gezielte Verwendung hochfester Stähle sorgten zudem für ein hervorragendes Crashverhalten, das den gesetzlichen Anforderungen der damaligen Zeit weit voraus war.
Elegantes Design und die legendären SEC-Coupés
Das äußere Erscheinungsbild brach bewusst mit dem Protz der siebziger Jahre. Bruno Sacco gestaltete eine aerodynamisch optimierte Karosserie, deren niedriger Luftwiderstandsbeiwert den Kraftstoffverbrauch auf langen Autobahnetappen spürbar senkte. Ein unverkennbares Designmerkmal waren die seitlichen Schutzplanken aus hochwertigem Kunststoff, die im Fachjargon schnell als Sacco-Bretter bekannt wurden und farblich dezent auf den Außenlack abgestimmt waren. Im Herbst 1981 krönte Mercedes die Baureihe mit dem zweitürigen SEC-Coupé. Mit seiner fließenden Dachlinie und dem Verzicht auf eine B-Säule gilt das Luxus-Coupé heute als eine der schönsten Formen, die je einen Stern auf der Haube trugen.
Souveräne Motoren und der weltweite Erfolg
Die Motorenpalette spiegelte den luxuriösen Charakter wider. Neben den seidenweich laufenden Sechszylinder-Reihenmotoren machten vor allem die prestigeträchtigen V8-Aggregate der Typen M116 und M117 die S-Klasse weltberühmt. Spitzenmodelle wie der 500 SEL oder der späte 560 SEL boten Fahrleistungen auf Sportwagenniveau bei maximalem Reisekomfort. Eine Besonderheit stellten die Fünf- und Sechszylinder-Turbodiesel dar. Diese extrem langlebigen Triebwerke wurden gezielt für den nordamerikanischen Markt entwickelt, um die dortigen Flottenverbrauchsvorgaben zu erfüllen, und erfreuen sich heute auch in Europa als seltene Sammlerstücke großer Beliebtheit.
Schrauber-Ratgeber: Wichtige Problemzonen beim Oldtimer-Kauf
Obwohl die Verarbeitungsqualität des W126 als sprichwörtlich unzerstörbar gilt, verlangt ein Oldtimer nach Jahrzehnten nach fachkundiger Begutachtung. Eine der tückischsten Schwachstellen ist der hintere Scheibenrahmen unter der Gummidichtung. Kriecht hier Feuchtigkeit ein, rostet das Blech oft unbemerkt von innen nach außen durch, was zu Wassereinbrüchen im Kofferraum führt. Bei den leistungsstarken V8-Motoren ist der Zustand des Ventiltriebs entscheidend. Die inneren Gleitschienen der Steuerkette bestehen aus Kunststoff und werden über die Jahrzehnte spröde. Brechen diese Schienen, droht ein sofortiger kapitaler Motorschaden. Wer sich jedoch ein gepflegtes Modell mit gesunder Karosseriesubstanz und dokumentierter Wartung sichert, erhält ein Stück Automobilgeschichte, das auch heute noch mit einem unvergleichlichen Fahrgefühl begeistert.