Mercedes SLK R170 Wissenscheck & Quiz!
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Mit der Vorstellung des Mercedes-Benz SLK der Baureihe R170 im Jahr 1996 revolutionierte der Stuttgarter Automobilhersteller das Segment der kompakten Roadster grundlegend. Der Name SLK stand dabei für sportlich, leicht und kurz – Attribute, die das Fahrzeug perfekt verkörperte. Bis zu diesem Zeitpunkt dominierte der klassische Roadster mit Stoffverdeck den Markt, welcher jedoch oft mit Nachteilen bei der Ganzjahrestauglichkeit und dem Geräuschkomfort behaftet war. Mercedes wählte einen völlig neuen Ansatz und stattete den Zweisitzer mit einem elektrohydraulischen Stahl-Klappdach aus, das unter dem Marketingnamen Vario-Roof weltbekannt wurde. Dieses innovative System verwandelte den offenen Roadster innerhalb von nur fünfundzwanzig Sekunden per Knopfdruck in ein absolut winterfestes Coupé mit festem Dach. Diese technologische Pionierleistung löste in der gesamten Automobilindustrie einen regelrechten Boom an Klappdach-Cabrios aus.
Für den passenden Vortrieb sorgten bei der Markteinführung hochentwickelte Vierzylindermotoren, die mittels Kompressor-Aufladung auf sportliche Leistung getrimmt wurden. Als Einstiegsmodell diente der SLK 200 Kompressor, während der SLK 230 Kompressor mit erhöhtem Hubraum für noch dynamischere Fahrleistungen sorgte. Die Entscheidung für den mechanischen Roots-Gebläse-Kompressor anstelle eines klassischen Turboladers garantierte eine kraftvolle Leistungsentfaltung bereits bei niedrigen Drehzahlen ohne das gefürchtete Turboloch. Diese Triebwerke erwiesen sich im Alltag als äußerst robust und verliehen dem leichten Roadster den Charakter eines echten Sportwagens, der sowohl auf kurvigen Landstraßen als auch auf der Autobahn überzeugen konnte.
Im Innenraum setzte Mercedes auf ein eigenständiges, jugendliches Design, das sich deutlich von den konservativen Limousinen der damaligen Zeit unterschied. Besonders auffällig waren die verchromten Rundinstrumente im Cockpit und die Verwendungeiner speziellen Oberflächenbeschichtung. Letztere entwickelte sich jedoch im Laufe der Jahre zu einem berüchtigten Schwachpunkt der Baureihe. Die Rede ist von der Softlack-Beschichtung auf der Mittelkonsole, dem Handschuhfach und den Türgriffen. Dieser matte Lack neigt im Alter dazu, sich großflächig abzulösen, klebrig zu werden oder Kratzer zu bekommen, wodurch die darunterliegende, oft andersfarbige Kunststoffschicht sichtbar wird. Für Hobby-Schrauber und Sammler gehoert die Aufarbeitung oder der Neulack dieser Interieurteile heute zu den klassischen kosmetischen Restaurationsarbeiten beim R170.
Um den exklusiven Geschmack vieler Käufer zu bedienen, bot Mercedes über das hauseigene Individualisierungsprogramm die sogenannten designo-Ausstattungen an. Diese zeichneten sich durch besonders hochwertige, zweifarbige Lederlandschaften im Innenraum aus. Typische und extrem markante Kombinationen waren hierbei designo-Gelb, designo-Blau oder designo-Rot, die jeweils in einem auffälligen Kontrast zu tiefschwarzen Elementen standen. Gepaart mit darauf abgestimmten Sonderlackierungen für die Karosserie entstanden so Fahrzeuge, die sich optisch stark von der Masse abhoben und heute unter Liebhabern aufgrund ihrer Seltenheit besonders gesucht und geschätzt sind.
Zur Mitte des Lebenszyklus im Jahr 2000 spendierte Mercedes dem Roadster eine umfassende Modellpflege. Technisch brachte dieses Facelift einen gewaltigen Sprung nach vorn. Im Zuge der erhöhten Sicherheitsanforderungen wurde das Elektronische Stabilitäts-Programm (ESP) für alle Modellvarianten zur Serienausstattung erhoben, was das Fahrverhalten im Grenzbereich und bei Nässe drastisch verbesserte. Zudem wurde die mechanische Sechsgang-Schaltung eingeführt, die das alte Fünggang-Getriebe ablöste und die Effizienz sowie das Geräuschniveau bei hohen Geschwindigkeiten positiv beeinflusste.
Mit der Modellpflege hielten auch die ersten Sechszylindermotoren Einzug in den Motorraum des R170. Der SLK 320 mit dem bewährten Dreiventiler-V6-Motor M112 leistete souveräne 218 PS und bestach durch eine enorme Laufruhe und gleichmäßige Kraftentfaltung. Das absolute Highlight und die unangefochtene Speerspitze der Baureihe war jedoch der im gleichen Atemzug vorgestellte SLK 32 AMG. Dank eines leistungsstarken Kompressors holten die Ingenieure aus Affalterbach gewaltige 354 PS aus dem V6-Triebwerk. Gepaart mit einem sportlich abgestimmten AMG-Fahrwerk, einer modifizierten Bremsanlage und dezenten Karosserie-Modifikationen avancierte der AMG-SLK zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für reinrassige Sportwagen und festigte den Ruf des R170 als echten Meilenstein der Roadster-Geschichte.
Wissenscheck: Mercedes-Benz SLK Roadster R170